Wer sein Haus in den vergangenen Jahren gedämmt, neue Fenster eingebaut oder energiesparend neu gebaut hat, kann sich dafür noch bis Freitag, 31. Juli 2026, eine Grüne Hausnummer sichern. Die Auszeichnung verleiht die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) gemeinsam mit regionalen Partnern; in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden ist die Klimaschutzagentur Weserbergland in Hameln Ansprechpartnerin für die Bewerbungen. Bewerben können sich alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden in beiden Landkreisen. Später eingehende Bewerbungen werden nach Angaben der Organisatoren nicht berücksichtigt.
Die Hausnummer ist ein Schild, das außen am Gebäude zeigt, dass hier sparsam mit Energie umgegangen wird. Dazu gibt es eine Urkunde. Unter den Ausgezeichneten werden in der Region nach Angaben im Infoflyer für das Weserbergland Geldpreise im Gesamtwert von 2.200 Euro verlost, gestellt vom Energieversorger Westfalen Weser und der Volksbank Hameln-Stadthagen.
Drei Maßnahmen reichen beim Altbau
Ein Passivhaus braucht man für die Auszeichnung nicht. Bei bestehenden Gebäuden gibt es zwei Wege: Entweder das Haus wurde auf eines der im Bewerbungsbogen genannten KfW-Effizienzhausniveaus saniert. Oder die Eigentümer haben mindestens drei Einzelmaßnahmen aus dem Bewerbungsbogen umgesetzt, von denen mindestens zwei die Gebäudehülle betreffen – also etwa Dach, Fassade, Kellerdecke oder Fenster.
Für Neubauten sind die Hürden höher. Sie müssen mindestens den KfW-Effizienzhausstandard 40 oder den Passivhausstandard erreichen. Hinzu kommt eine Grenze, die mit Technik nichts zu tun hat: Die Wohnfläche soll in der Regel 47 Quadratmeter pro Person nicht überschreiten. Das ist weniger, als in Deutschland im Schnitt üblich ist. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts kam rechnerisch jede Einwohnerin und jeder Einwohner Ende 2024 auf 49,2 Quadratmeter Wohnfläche, 2,7 Quadratmeter mehr als zehn Jahre zuvor. Ein Neubau für zwei Personen mit deutlich mehr als 94 Quadratmetern Wohnfläche erfüllt die Vorgabe damit in der Regel nicht, so gut er auch gedämmt ist.
66 Schilder seit 2018
Im Weserbergland ist die Grüne Hausnummer bislang eher selten zu sehen. Seit 2018 wurden in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden nach Angaben der KEAN 66 Hausnummern vergeben. Niedersachsenweit sind es mehr als 2.300. Wie viele Häuser in der Region die Kriterien erfüllen würden, ohne dass sich ihre Besitzer je beworben haben, weiß niemand.
Die Bewerbung läuft über einen Bewerbungsbogen, der auf den Internetseiten der Klimaschutzagentur Weserbergland und der KEAN bereitsteht. Beizufügen sind Nachweise, Unterlagen und Fotos; am besten wird alles digital per E-Mail an milbradt@klimaschutzagentur.org geschickt. Die Agentur prüft die Unterlagen, meldet sich bei Rückfragen und kontrolliert stichprobenartig auch vor Ort. Ansprechpartner ist Daniel Milbradt, Telefon 05151 957 88-0. Gebühren für die Teilnahme nennen die Unterlagen nicht.
Die Grüne Hausnummer ist eine Auszeichnung für bereits erledigte Arbeiten, kein Förderprogramm. Wer erst plant zu sanieren, findet in den Bewerbungsunterlagen zumindest eine Liste der Maßnahmen, die die Organisatoren als wirksam ansehen. Das Ergebnis der Prüfung bekommen die Bewerberinnen und Bewerber nach Abschluss des Verfahrens mitgeteilt.

