Bohrungen für neue Brücken: Halbseitige Sperrungen in Welsede und bei Ottenstein

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Bohrgeräte statt Bagger: Bevor im Weserbergland neue Brücken gebaut werden können, muss klar sein, was im Boden darunter steckt. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Hameln, lässt deshalb an mehreren Brücken den Baugrund untersuchen. Betroffen sind auch die Emmerbrücke in Welsede (Gemeinde Emmerthal) und die Brücke über den Hagenbach bei Ottenstein im Landkreis Holzminden.

Los geht es am Montag, 2. November 2026, an der Hagenbachbrücke im Zuge der L 586. An der Emmerbrücke auf der L 431 in Welsede sind die Bohrungen für die Kalenderwoche 48 angesetzt, also ab Montag, 23. November. Gebohrt wird neben der Fahrbahn. Autofahrer müssen an beiden Stellen mit einer halbseitigen Sperrung rechnen, nach Angaben der Behörde jeweils für eine bis anderthalb Wochen.

Zu schwach für Schwertransporte

Die Untersuchungen bereiten den Ersatz der Bauwerke vor. Als Grund nennt die Landesbehörde den Schwerverkehr und die Traglast, die heute für Schwertransporte nötig ist, etwa für Bauteile von Batteriespeichern und Windkraftanlagen. Die Vorhaben gehören zum „Masterplan Brücke“ des Landes.

Den Plan hatte das Land im Herbst 2024 angekündigt. Die Industrie- und Handelskammern in Niedersachsen begrüßten ihn damals in einer Stellungnahme vom 2. Oktober 2024 und verwiesen auf eine Bewertung aus dem Jahr 2023, nach der 150 Brücken in Niedersachsen als „kritisch“ oder „Ausfall“ eingestuft waren. Teil des Plans ist nach IHK-Angaben, 30 zusätzliche Ingenieure einzustellen, die sich um marode Brücken kümmern.

Noch kein Bautermin

Wie viel Geld in die Brücken bei Welsede und Ottenstein fließt, ist offen. Auch wann gebaut wird und ob für den Neubau später eine Vollsperrung nötig wird, steht noch nicht fest. Die Baugrunduntersuchung ist ein früher Schritt: Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, können Gründung und Tragwerk der neuen Brücken geplant werden.

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