Das Vermächtnis – was EKHK Manfred Hellmich hinterließ

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Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag ordnet einen Personalwechsel in seinen Zusammenhang mit einem laufenden Ermittlungsverfahren ein. Der Autor ist Anzeigeerstatter in diesem Verfahren; Näheres am Ende des Beitrags. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

Hameln. Am 31. August 2024 schied EKHK Manfred Hellmich aus dem Amt des Leiters des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden aus. Er hinterließ ein laufendes Ermittlungsverfahren, einen erlassenen Durchsuchungsbeschluss und eine Nachfolgerin, die beides übernahm. Sieben Wochen später wurde der Beschluss vollstreckt. Zwei Jahre später ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen der Aktenführung in diesem Verfahren.

Der Beschluss

Unter Hellmichs Leitung wurde am 17. Juli 2024 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Zuhälterei eingeleitet und am 30. Juli 2024 beim Amtsgericht Hannover ein Durchsuchungsbeschluss beantragt. Das Gericht erließ ihn am 2. August 2024. Am 31. August 2024 verließ Hellmich die ZKD-Leitung. Seine Nachfolgerin, PRin Marie-Louise Lohmann, trat am 1. September 2024 an. Unter ihrer Verantwortung wurde am 2. Oktober 2024 eine Erweiterung des Beschlusses beantragt und am 9. Oktober 2024 erlassen.

Am 17. Oktober 2024 rückte die Polizeiinspektion, unterstützt von der Zentralen Polizeidirektion Hannover, mit rund 100 Beamten aus und durchsuchte ein Objekt am Kastanienwall in Hameln sowie weitere Räume in Hameln und Hannover.

Am 3. Februar 2025 stellte die Staatsanwaltschaft Hannover das Verfahren nach § 170 Abs. 2 StPO ein. In der Einstellungsverfügung heißt es, es gebe „keinerlei Hinweise“ auf die vorgeworfenen Straftaten.

Prof. Dr. Volker Erb, Universität Mainz, bewertet die Durchsuchung in einem Gutachten als rechts- und im Hinblick auf Art. 13 GG verfassungswidrig. Diese Bewertung ist gutachterlich, nicht gerichtlich.

Eingangsbestätigung der Generalstaatsanwaltschaft Celle

Das Ermittlungsverfahren

Auf Strafanzeige des Autors dieses Beitrags hat die Staatsanwaltschaft Hannover unter dem Aktenzeichen 1161 Js 27756/26 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Urkundenunterdrückung nach § 274 StGB eingeleitet und den Anfangsverdacht bestätigt. Der Vorwurf: Dem Amtsgericht seien vor Erlass des Beschlusses entlastende Erkenntnisse nicht vorgelegt worden, insbesondere Berichte über polizeiliche Kontrollen des Objekts, die keine Beanstandungen ergeben hatten.

Die Strafanzeige benennt Hellmich als Hauptverantwortlichen für die Aktenführung. Gegen wen die Staatsanwaltschaft ermittelt, hat sie nicht mitgeteilt. Das Verfahren läuft seit etwa sechs Monaten.

ErmittlungsakteQuelle: Tim Menke
Deckblatt der Ermittlungsakte zum Ursprungsverfahren

Was Hellmich hinterließ

Hellmich hat die Durchsuchung nicht angeordnet und die Akte nicht selbst dem Gericht vorgelegt. Unter seiner Leitung wurde das Verfahren eingeleitet, einer Sachbearbeiterin zugewiesen und der erste Beschluss beantragt. Seine Nachfolgerin übernahm ein Verfahren, dessen Entstehung sie nicht mitgestaltet hatte, und einen Beschluss, der bereits vorlag.

Nach Angaben mehrerer Quellen aus der Polizeiinspektion, die der Redaktion namentlich bekannt sind, blieb Hellmich nach seinem Ausscheiden mit seiner Nachfolgerin in Kontakt und unterstützte sie bei der Übernahme. Was dabei besprochen wurde, ist der Redaktion nicht bekannt. Beide haben auf Anfragen nicht geantwortet.

Dossier Hameln - LED-Tafel am KastanienwallQuelle: Tim Menke
Dossier Hameln – LED-Tafel am Kastanienwall, 17.10.2025

Die Lage heute

Die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden ist Gegenstand zweier Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover. Das erste, Az. 1161 Js 27756/26, betrifft die Aktenführung im Kastanienwall-Verfahren. Das zweite, Az. 1171 UJs 96977/26, betrifft einen Einsatz in der Koppenstraße vom 11. Juni 2026, bei dem Wohnungstüren ohne nachweisbare Rechtsgrundlage geöffnet wurden. Die beiden Vorgänge sind voneinander unabhängig; sie betreffen unterschiedliche Beteiligte, Tatvorwürfe und Rechtsgrundlagen. Beide beruhen auf Strafanzeigen des Autors dieses Beitrags.

Die Polizeidirektion Göttingen hat zu beiden Vorgängen auf Presseanfragen nicht inhaltlich geantwortet. Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn hat auf eine ihr durch Gerichtsvollzieher zugestellte Anfrage vom Januar 2026 nicht inhaltlich geantwortet. Der Autor hat gegen sie Strafanzeige wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt erstattet; ob die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet hat, ist der Redaktion nicht bekannt.

Dossier Hameln wurde nach der Durchsuchung vom 17. Oktober 2024 gegründet. Die Redaktion berichtet seit Oktober 2025 über den Vorgang, auch über eine LED-Tafel am Kastanienwall.

Stellungnahmen

Hellmich hat sich seit Beginn der Berichterstattung im Oktober 2025 nicht geäußert. Er ist dazu nicht verpflichtet. Aus dem Ausbleiben einer Stellungnahme kann nicht auf die Richtigkeit oder Unrichtigkeit eines Verdachts geschlossen werden. Die Redaktion hat ihm vor Veröffentlichung dieses Beitrags erneut Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Eine Antwort ist nicht eingegangen.

Ehem. ZKD-Leiter EKHK Manfred Hellmich und die fragwürdige AkteQuelle: Tim Menke
Ehem. ZKD-Leiter EKHK Manfred Hellmich und die fragwürdige Akte

Stand: 31. August 2026.

In eigener Sache: Der Herausgeber von Dossier Hameln, Tim Menke, ist Autor dieses Beitrags. Er ist Eigentümer des durchsuchten Objekts am Kastanienwall und wurde im eingestellten Verfahren als Beschuldigter geführt. Er hat das Gutachten von Prof. Erb in Auftrag gegeben und die Strafanzeigen erstattet, die zu beiden genannten Ermittlungsverfahren geführt haben, sowie die Strafanzeige gegen die Polizeipräsidentin. Die LED-Tafel am Kastanienwall ist bilanziert bei der Dossier Hameln Verlagsgesellschaft mbH. Diese persönliche Betroffenheit wird offengelegt, damit Leserinnen und Leser sie bei der Bewertung des Beitrags berücksichtigen können.

Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

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