Hessisch Oldendorf: Cannabisplantage in Hemeringen entdeckt

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Die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden hat am Dienstag, 4. August 2026, im Hessisch Oldendorfer Ortsteil Hemeringen eine Indoor-Cannabisplantage in einem scheinbar leer stehenden Gebäude entdeckt. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen.

Wie die Polizei berichtet, hatten Bürger zuvor starken Cannabisgeruch und auffälligen Personenverkehr an dem Gebäude gemeldet. Gegen 17.25 Uhr rückten Einsatzkräfte aus.

Fluchtversuch über das Dach

Eine 33-jährige Frau soll sich im Haus verschanzt haben, die Polizei umstellte daraufhin das Gebäude. Ein 34-jähriger Mann stellte sich den Beamten. Ein 36-Jähriger versuchte laut Polizei, über das Dach eines Nachbargrundstücks zu flüchten, und verletzte sich dabei leicht. Beide Männer wurden vorläufig festgenommen, ebenso die Frau, nachdem sie die Tür geöffnet hatte.

Im Gebäude fanden die Einsatzkräfte die Plantage sowie weitere Cannabisprodukte und stellten sie sicher. Angaben zur Zahl der Pflanzen oder zu Mengen macht die Polizei nicht. Die Ermittlungen führt das zuständige Fachkommissariat.

Was beim Eigenanbau erlaubt ist

Seit dem Konsumcannabisgesetz ist der private Anbau in engen Grenzen erlaubt: Volljährige dürfen nach § 9 KCanG an ihrem Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt höchstens drei Pflanzen gleichzeitig ziehen und die Ernte nicht an andere weitergeben. Wer mehr anbaut, mehr als drei lebende Pflanzen besitzt oder mit Cannabis Handel treibt, macht sich nach § 34 KCanG strafbar. Das Gesetz sieht dafür Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor, in besonders schweren Fällen, etwa bei gewerbsmäßigem Handeln oder einer nicht geringen Menge, drei Monate bis fünf Jahre.

Die Zahl der registrierten Cannabisdelikte ist zuletzt deutlich gesunken: Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes erfasste die Polizei in Niedersachsen 2025 noch 4.570 Fälle, 54,94 Prozent weniger als im Vorjahr (PKS-Handout 2025).

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