Kirchbrak im Landkreis Holzminden: Dorf führt seine Grundschule selbst weiter

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Ein Jahr nach dem Aus für die staatliche Grundschule gibt es in Kirchbrak wieder Unterricht. Die Dorfschule Kirchbrak im Landkreis Holzminden hat das Schuljahr 2026/2027 als Grundschule in freier Trägerschaft begonnen. Getragen wird sie vom Verein „Bildung, die bleibt“, der aus der Dorfgemeinschaft heraus gegründet wurde. Eingeschult wurde nach Angaben der Schule am 15. August, die offizielle Eröffnungsfeier folgte am Samstag, 12. September 2026.

Unterrichtet wird im früheren Schulgebäude. Die Gemeinde Kirchbrak hat es im Januar 2026 von der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle übernommen, um es dem Verein zur Verfügung zu stellen. Nach einem Nutzungsvertrag folgten ab Mai umfangreiche Renovierungsarbeiten, an denen sich Eltern und Ehrenamtliche beteiligten, wie der Trägerverein auf seiner Internetseite schildert.

Vom Ratsbeschluss zur eigenen Schule in 21 Monaten

Den Anstoß gab eine Entscheidung im November 2024. In öffentlicher Sitzung stimmte der Rat der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle damals mehrheitlich und gegen Proteste dafür, die Grundschule Kirchbrak kurzfristig zu schließen. Im Juni 2025 ging dort das letzte Schuljahr zu Ende.

Schon im Januar 2025 bildete sich im Ort eine Arbeitsgruppe, die prüfte, ob eine Schule in freier Trägerschaft machbar wäre. Im April 2025 wurde der Trägerverein gegründet. Das pädagogische Konzept ging an das Regionale Landesamt für Schule und Bildung, das im März 2026 Nachbesserungen verlangte. Nach einer überarbeiteten Fassung im Mai kam im Juli 2026 die Genehmigung für den Start zum neuen Schuljahr.

Drei Jahre auf eigene Rechnung

Die größte Hürde ist das Geld. Eine freie Schule muss sich in ihren ersten drei Jahren selbst tragen, schreibt der Verein. Für Kirchbrak hat der Verein gemeinsam mit einer Bank einen Finanzplan aufgestellt. Den Kredit für das erste Schuljahr sicherten nach eigenen Angaben zahlreiche Bürgen ab. Tische, Stühle, Regale und Instrumente kamen als Spenden hinzu.

Ob die Schule Schulgeld erhebt und in welcher Höhe, geht aus den veröffentlichten Angaben des Vereins nicht hervor. Offen ist damit auch, wie stark die Eltern selbst zur Finanzierung der Anlaufjahre beitragen müssen.

Wie viele Kinder die Schule langfristig aufnehmen kann und ob der Betrieb nach den drei Anlaufjahren gesichert ist, wird sich erst zeigen. Informationen zum Konzept und zur Anmeldung veröffentlicht der Verein auf seiner Internetseite.

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