Vier Raubtaten innerhalb von zwei Nächten beschäftigen die Polizei in Hameln. Wie Staatsanwaltschaft Hannover und Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden gemeinsam mitteilen, wurden in den Nächten zu Samstag, 18. Juli 2026, und zu Sonntag, 19. Juli 2026, im Stadtgebiet Menschen zu Fuß angegriffen. In drei Fällen erbeuteten die Täter Geld oder Wertsachen, ein Überfall blieb nach Angaben der Ermittler im Versuch stecken.
Die Polizei geht von einem Tatzusammenhang aus. Beteiligt sollen mindestens zwei Männer gewesen sein.
Die Taten im Einzelnen
Den Anfang machte nach Darstellung der Polizei ein Überfall am Samstag gegen 4 Uhr auf dem Münsterwall in Richtung Papenstraße, auf Höhe der Elisabeth-Selbert-Schule. Ein 35-jähriger Mann, der allein unterwegs war, soll angegriffen worden sein. Anschließend wurden ihm Geldbörse und Bargeld abgenommen. Die Täter flohen demnach zu Fuß in Richtung Ostertorwall.
Am Sonntag gegen 1.25 Uhr stiegen die Täter laut Polizei an der Kreuzung Kuhbrückenstraße/Guter Ort/Ohsener Straße aus einem bislang unbekannten Auto, folgten einem 21-Jährigen und griffen ihn an. Aus ungeklärtem Grund ließen sie von ihm ab und fuhren ohne Beute in Richtung Kuhbrückenstraße davon.
Gegen 3.20 Uhr traf es in der Fischbecker Straße, direkt vor der Jugendherberge, eine 37-jährige Frau, die mit einer Freundin von der Weserpromenade kam. Ein maskierter Täter soll sie angegriffen und ihr die Handtasche entrissen haben. Er flüchtete mit einer zweiten Person in unbekannte Richtung.
Nur etwa zehn Minuten später, gegen 3.30 Uhr, sollen zwei Unbekannte an der Einmündung Justus-Kiepe-Straße/Friedrich-Maurer-Weg einen 28-Jährigen angegriffen und ihm Wertgegenstände entrissen haben. Sie flohen in Richtung Friedrich-Maurer-Weg. Das Opfer hörte nach eigenen Angaben kurz darauf in einiger Entfernung quietschende Reifen, die Polizei vermutet ein Fluchtfahrzeug.
Täterbeschreibung und Hinweise
Nach Angaben der Geschädigten handelt es sich um zwei Männer im Alter von etwa 30 Jahren. Sie sollen schlank, etwa 1,80 Meter groß und dunkel gekleidet gewesen sein. Eine sofortige Fahndung im Stadtgebiet blieb laut Polizei in allen Fällen ohne Erfolg.
Das Fachkommissariat 2 der Polizeiinspektion ermittelt. Zeuginnen und Zeugen, die Angaben zu den Tätern oder zu einem Tatfahrzeug machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei Hameln unter der Telefonnummer 05151 933-222 zu melden.
Sicher durch die Nacht – und was nach einem Überfall hilft
Raub ist kein Bagatelldelikt: § 249 StGB sieht dafür Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr vor, in minder schweren Fällen sechs Monate bis fünf Jahre.
Das Präventionsprogramm der Polizei rät auf polizei-beratung.de, nachts gut beleuchtete und belebte Wege zu wählen, auch wenn sie länger sind, und nach Alkoholgenuss lieber Bus, Bahn oder Taxi zu nehmen. Wer sich unwohl fühlt, sollte die Nähe anderer Menschen suchen. Von Waffen oder Abwehrgeräten rät die Polizei ab, weil sie die Aggressivität von Tätern steigern können.
Wer überfallen wurde, sollte nach den Hinweisen für Betroffene sofort die 110 wählen, sich Täter und Fluchtweg einprägen und Zeugen um ihre Personalien bitten. Verletzungen sollten ärztlich dokumentiert, gestohlene Karten und Handys etwa über den Sperr-Notruf 116 116 gesperrt werden. Opferhilfeeinrichtungen begleiten Betroffene auf Wunsch durch das gesamte Verfahren.

