Boffzen: Gedenkstein für getötete Polizisten erneut mit Farbe beschmiert

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Der Gedenkstein im Rottmündetal bei Boffzen im Landkreis Holzminden ist zum dritten Mal mit Farbe beschädigt worden. Nach Angaben der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden haben Unbekannte den Stein vermutlich zwischen Freitag, 17. Juli 2026, und Montag, 20. Juli 2026, mit grüner Farbe übergossen.

Festgestellt wurde die Beschädigung am Dienstag, 21. Juli 2026, von der Polizeistation Boffzen, die Strafanzeige erstattete. Der Stein steht auf einem Waldparkplatz an der L 549 zwischen Boffzen und Neuhaus.

Erinnerung an die Tat von 1991

Das Denkmal erinnert an zwei Polizisten aus Holzminden, die in der Nacht zum 12. Oktober 1991 im Rottmündetal in einen Hinterhalt gelockt und getötet wurden. Wie die taz im Oktober 1991 berichtete, handelte es sich um zwei Polizeiobermeister im Alter von 30 und 34 Jahren. Sie waren mit der Meldung eines angeblichen Wildunfalls zu dem abgelegenen Parkplatz gerufen worden. Wenige Tage nach der Tat nahm die Polizei drei Brüder aus dem nahen Bredenborn bei Höxter fest; die Leichen der Beamten wurden auf dem Truppenübungsplatz Sennelager gefunden.

Wie die Polizei mitteilt, lässt sich die Farbe wegen der Beschaffenheit des Steins nur mit großem Aufwand entfernen. Sie rechnet daher mit einem hohen Sachschaden und hat eine Reinigung in Auftrag gegeben. Bereits im November 2019 und im Juni 2021 war der Stein auf ähnliche Weise mit Farbe beschmiert worden. Angehörige der getöteten Beamten und die Polizei reagierten nach Angaben der Polizei entsetzt.

Denkmäler genießen im Strafrecht einen besonderen Schutz. Wer ein öffentliches Denkmal beschädigt oder zerstört, macht sich nach § 304 StGB der gemeinschädlichen Sachbeschädigung strafbar; das Gesetz sieht dafür Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor.

Zeugen gesucht

Die Polizei Holzminden ermittelt. Wer im Bereich des Gedenksteins verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 05531-958-0 zu melden.

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