Nach einem mutmaßlichen Diebstahl an einem Geldautomaten in Bodenwerder im Landkreis Holzminden hat die Polizei am Donnerstag, 10. September 2026, zwei Männer im Alter von 37 und 46 Jahren vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, einen 87 Jahre alten Mann bestohlen zu haben. Wie die Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden mitteilt, ermittelt sie wegen versuchten besonders schweren Diebstahls.
Hilfe angeboten, Geld abgehoben
Gegen 12.50 Uhr hatte der 87-Jährige nach Angaben der Polizei am Geldautomaten der Sparkasse Schwierigkeiten, den gewünschten Betrag einzugeben. Der 37-Jährige soll das beobachtet, sich als Helfer angeboten und dabei unbemerkt 1.990 Euro vom Konto des Mannes abgehoben haben. Sein mutmaßlicher Mittäter soll derweil vor dem Bankgebäude die Umgebung im Blick behalten haben.
Eine 48 Jahre alte Frau, die sich im Vorraum befand, kam die Situation laut Polizei verdächtig vor. Sie sprach den 37-Jährigen an. Er versuchte zu flüchten, die Frau hielt ihn zunächst fest. Im Gerangel riss er sich los und ließ dabei das Geld zurück. Beide Männer flüchteten anschließend zu Fuß.
Festnahmen nach Zeugenhinweisen
Aufgrund von Zeugenhinweisen wurde der 46-Jährige kurz darauf in einem Auto in der Nähe des Tatorts festgenommen. Den 37-Jährigen trafen die Beamten wenig später nach einem weiteren Hinweis in einem Waldstück oberhalb der Straße „Grüne Schleite“ an. An der Fahndung war auch ein Polizeihubschrauber beteiligt.
Beide Männer wurden nach Angaben der Polizei zur weiteren Bearbeitung in den Polizeigewahrsam nach Hameln gebracht.
Was „besonders schwerer Diebstahl“ bedeutet
Der Begriff stammt aus § 243 des Strafgesetzbuchs. Für besonders schwere Fälle des Diebstahls sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren vor; der einfache Diebstahl wird dagegen milder bestraft. Ob ein solcher Fall tatsächlich vorliegt, entscheidet am Ende ein Gericht. Für die beiden Festgenommenen gilt bis dahin die Unschuldsvermutung.
So bleibt das Geld am Automaten sicher
Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät auf ihrer Informationsseite zu Betrug an Geldautomaten, beim Abheben ausreichend Abstand zu anderen Kunden zu halten und das Tastenfeld bei der PIN-Eingabe mit der anderen Hand oder einem Gegenstand vollständig abzudecken. Wer Schwierigkeiten mit dem Gerät hat, sollte sich nicht von Fremden helfen lassen, sondern andere Kunden bitten, Bankpersonal zu holen, oder die Bank anrufen. Außerhalb der Öffnungszeiten kann die Polizei verständigt werden.
Wer befürchtet, dass Karte oder PIN in falsche Hände geraten sind, sollte die Karte sofort über die eigene Bank oder den bundesweiten Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen und Anzeige erstatten. Die Polizei empfiehlt zudem, Kontoauszüge regelmäßig zu prüfen.

