Hameln/Hamburg. Knapp drei Wochen nach dem Schusswaffenangriff am Hastenbecker Weg auf einen Unbeteiligten in Hameln sitzt ein dringend Tatverdächtiger in Hameln in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Hannover und die Bundespolizeiinspektion Hamburg in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilen, wurde ein 20-jähriger türkischer Staatsangehöriger am Sonntag, den 12. Juli 2026, in Hamburg festgenommen.
Festnahme nach eigener Anzeige
Am Sonntagmorgen erschien der Mann gegen 09:50 Uhr von sich aus im Bundespolizeirevier Altona, um eine Straftat anzuzeigen: Ihm sei gegen 07:00 Uhr im Bahnhof Altona unter anderem sein Smartphone entwendet worden, als er kurzzeitig auf einer Wartebank eingeschlafen war. Die Bundespolizei leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls ein. Die weiteren Ermittlungen zum angezeigten Diebstahl führt der Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg.
Die routinemäßige Überprüfung seiner Personalien förderte allerdings zutage, dass der 20-Jährige selbst gesucht wurde: Gegen ihn lag ein Haftbefehl des Amtsgerichts Hannover zur Festnahme vor. Der Mann wurde festgenommen.
Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung mittels Schusswaffe
Der Mann steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover im dringenden Verdacht, am 25. Juni 2026 gegen 21:12 Uhr in Hameln einen Unbeteiligten ins Bein geschossen zu haben. Der Geschädigte erlitt dabei eine schwere Beinverletzung.
Wegen Fluchtgefahr hatte ein Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover bereits zuvor einen Haftbefehl erlassen. Ein hinzugezogener Amtsarzt bestätigte die Gewahrsamsfähigkeit; nach Abschluss der bundespolizeilichen Maßnahmen wurde der Mann in eine Untersuchungshaftanstalt in Hameln eingeliefert. Aufgrund seines Alters, der Verdächtige ist 20 Jahre alt, könnte Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen.
Während die Polizei Hameln anfangs aus Hinweisen folgerte, der Geschädigte sei dem Täter bekannt, stellte sich dies schnell als falsch heraus. Richtig ist: Die Hintergründe der Tat stehen mit dem Geschädigten in keinerlei Zusammenhang. Er war letztlich zur falschen Zeit am falschen Ort. Der Geschädigte befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Bildquellen
- Polizeieinsatz in der Nähe des Tatorts: Tim Menke

