In Afferde, Rohrsen, Klein Hilligsfeld, Groß Hilligsfeld, Unsen, Welliehausen und Holtensen können ab Mai Mitarbeiter eines Fachbüros aufs Grundstück kommen, um nach Schwalbennestern zu sehen. Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hameln lässt dort vom 1. Mai bis 31. Oktober die Nester von Mehl- und Rauchschwalben an Gebäuden erfassen, besetzte wie leere. Das teilte die Stadt am Mittwoch, 29. April 2026, mit.
Den Auftrag hat das Umweltplanungsbüro patroVIT Ökologische Betriebsbegleitung & Landschaftsplanung GmbH. Seine Mitarbeiter betreten tagsüber auch Privatgrundstücke und können sich ausweisen. Das Recht dazu ergibt sich laut Stadt aus dem Naturschutzrecht von Bund und Land.
Mit den Daten will die Stadt eine ehrenamtliche Schwalbenberatung aufbauen. Sie soll den Schutz der Vögel koordinieren, für mehr Verständnis für Nester am Haus werben und verhindern, dass Brutplätze unerlaubt zerstört werden. Die Bestände gehen nach Angaben der Stadt seit Jahren zurück, unter anderem weil Nistplätze und Insekten als Nahrung fehlen.
Schwalbennester sind ganzjährig geschützt, auch wenn sie gerade leer sind. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet in § 44 Abs. 1 Nr. 3, Fortpflanzungs- und Ruhestätten besonders geschützter Arten zu beschädigen oder zu zerstören; dazu zählen alle europäischen Vogelarten. Wer bauen will, kann sich bei der Unteren Naturschutzbehörde beraten lassen. Helfen können schon Kotbretter, Lehmpfützen als Baumaterial oder der Verzicht auf Pestizide.
Nester und Sichtungen aus den sieben Ortsteilen nimmt patroVIT per E-Mail an hanna.klenk@patrovit.de entgegen, Fragen beantwortet die Untere Naturschutzbehörde unter naturschutz@hameln.de.

