Rund 65 Prozent der Wärme in Hameln kommen heute aus Erdgas und Heizöl. Diese und weitere Zahlen aus der kommunalen Wärmeplanung will die Stadt Hameln am 26. Juni um 17 Uhr bei einer Informationsveranstaltung in den Räumen von zedita im Hamelner Bahnhof vorstellen. Das kündigte sie am Montag, 15. Juni 2026, an. Besucher können dort Fragen stellen, mitdiskutieren und anschließend mit den Beteiligten sprechen.
Fast 90 Prozent der Gebäude im Stadtgebiet sind Wohnhäuser, knapp 60 Prozent wurden vor 1979 gebaut – laut Stadt vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung. Entsprechend viel lasse sich in vielen Häusern durch Sanierung einsparen.
Etwa ein Drittel des Wärmebedarfs decken schon Wärmenetze, die mehrere Gebäude aus einer gemeinsamen Quelle versorgen, etwa aus einem Heizwerk oder mit Abwärme aus Betrieben. Im Stadtkern herrschen Fernwärmeanschlüsse und Gaskessel vor, in den Ortsteilen heizen viele auch mit Öl oder Flüssiggas.
Am meisten Wärme brauchen Altstadt und Südstadt, wo die Häuser dicht stehen und große kommunale Gebäude sowie Gewerbe- und Industrieflächen dazukommen. Dort hält die Stadt leitungsgebundene Lösungen für denkbar: Wärmenetze oder erneuerbare Gase wie Biomethan und Wasserstoff, wo sich Gasleitungen weiter nutzen oder neu bauen lassen.
Keine Pflichten für Eigentümer
„Die Planung gibt Orientierung – unmittelbare Pflichten für Eigentümerinnen und Eigentümer entstehen daraus zunächst nicht“, sagt Oberbürgermeister Claudio Griese. So steht es auch im Wärmeplanungsgesetz des Bundes: Nach § 23 Abs. 4 hat der Wärmeplan keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten. Wer in einem bestimmten Versorgungsgebiet liegt, muss deshalb nach § 18 Abs. 2 nicht automatisch eine bestimmte Heizart nutzen.
Fertig sein muss der Plan für Gemeinden mit höchstens 100.000 Einwohnern wie Hameln nach § 4 WPG bis zum 30. Juni 2028.

