Hameln: Ehemaliges Militärgelände Wouldham Camp wird zur Weseraue

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Auf dem ehemaligen Militärgelände Wouldham Camp in Hameln hat die Renaturierung begonnen. Mit einem symbolischen Spatenstich gaben Vertreterinnen und Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), des Bundesamts für Naturschutz (BfN) und der Stadt Hameln am Donnerstag, 10. September 2026, den offiziellen Startschuss. Das frühere Übungsgelände an der Weser soll sich in eine naturnahe Auenlandschaft verwandeln; knapp zwölf Hektar werden nach Angaben der BImA der Natur zurückgegeben.

Die Bundesanstalt bezeichnet das Vorhaben als eines der bundesweit größten Renaturierungsprojekte auf einer ehemaligen Militärfläche. Es soll Hochwasserschutz, Artenvielfalt und natürlichen Klimaschutz miteinander verbinden.

Vom Übungsgelände der Rheinarmee zur Weseraue

Über Jahrzehnte nutzte die britische Rheinarmee das Wouldham Camp als Wasserübungsgelände. Nach dem Abzug der britischen Streitkräfte aus Deutschland ging die Fläche an die BImA über. Weil sie im Überschwemmungsgebiet der Weser liegt, eignet sie sich nach Darstellung der Bundesanstalt besonders gut, um die ursprüngliche Auenlandschaft wiederherzustellen.

Die Vorarbeiten sind bereits erledigt: Bis zum Sommer 2025 ließ die BImA sieben Gebäude und drei Brücken zurückbauen und mehr als drei Hektar versiegelte Fläche entsiegeln. Nun beginnen die Erdarbeiten, bei denen auf dem 11,7 Hektar großen Gelände rund 30.000 Kubikmeter Erdreich bewegt werden sollen. Wann die Arbeiten abgeschlossen sein sollen und was das Projekt kostet, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Flutmulden, Auenwald und Weideland

Geplant sind neue Einströmrinnen von Weser und Humme, die bei Hochwasser als natürliches Überflutungsgebiet dienen und zugleich Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten sollen. Das Gelände wird dazu in drei Bereiche gegliedert: Im Norden entstehen Flutmulden entlang der Weser, im Südwesten soll an der Humme ein naturnaher Auenwald wachsen, im Südosten ist artenreiches Grünland vorgesehen, das künftig extensiv beweidet wird.

Profitieren sollen nach Angaben der BImA unter anderem gefährdete Arten wie Biber, Eisvogel und Mehlschwalbe. Nach Abschluss der Arbeiten sollen sich die neuen Auenwaldflächen weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln. Die Entsiegelung soll außerdem das Stadtklima in Hameln verbessern.

Bund und Stadt loben die Zusammenarbeit

„Was hier in Hameln entsteht, ist mehr als ein Naturschutzprojekt: Wir zeigen, dass ehemalige Militärflächen zu wertvollen Natur- und Klimaschutzflächen werden“, sagte BImA-Vorständin Dorothee Martin beim Spatenstich. BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm verwies darauf, dass naturnahe Auen bei der Anpassung an den Klimawandel helfen und den Hochwasserschutz sowie die Artenvielfalt stärken. Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese sprach von einem Beleg dafür, „was Bund und Kommune gemeinsam erreichen können“.

Umgesetzt wird die Renaturierung vom Bundesforstbetrieb Niedersachsen der BImA, geplant wurde sie gemeinsam mit dem BfN und der Stadt. Das Vorhaben ist Teil des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“, mit dem Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium Bundeswasserstraßen und ihre Auen wieder naturnäher gestalten wollen. Gefördert wird es aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundesumweltministeriums.

Nicht die erste Militärfläche für den Naturschutz

Das Wouldham Camp ist nicht die einzige frühere Militärfläche im Hamelner Stadtgebiet, die künftig dem Naturschutz dient. Bereits im Februar 2024 hatte die BImA rund 160 Hektar eines ehemaligen Übungsgeländes bei Holtensen an die DBU Naturerbe GmbH übertragen, eine Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Die überwiegend mit Buchen- und Laubwald bewachsene Fläche gehört seitdem zum Nationalen Naturerbe, wie die DBU damals mitteilte.

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