Die neuen stationären Blitzer im Landkreis Hameln-Pyrmont stehen unmittelbar vor der Aktivierung. Nach der Installation Ende Oktober (wir berichteten) wurde heute die Anlage an der Wangelister Straße in Hameln eingemessen.
Morgen folgt die Kalibrierung an der B217 bei Hachmühlen. Damit kann die Geschwindigkeitsüberwachung ab morgen regulär beginnen.
Die Erfassung von Rotlichtverstößen startet dagegen erst in etwa drei bis vier Wochen, da hierfür noch eine amtliche Eichung erforderlich ist.
Moderne Lasertechnik statt Induktionsschleifen
Die neuen Messanlagen basieren auf sogenannter LIDAR-Technologie (Light Detection and Ranging). Anders als frühere Systeme mit Induktionsschleifen im Asphalt oder Radarsensoren arbeitet die neue Technik mit einem präzisen Laserstrahl, der den Verkehrsraum kontinuierlich abtastet.
Aus den reflektierten Lichtimpulsen wird die Entfernung und Bewegung jedes Fahrzeugs in Echtzeit berechnet. Die Geschwindigkeit ergibt sich aus der Veränderung dieser Distanz über die Zeit – völlig berührungslos und ohne Einbauten in die Fahrbahn.
Diese Methode ermöglicht Messungen über mehrere Spuren hinweg und ist unempfindlich gegenüber Witterung, Verkehrsdichte oder Spurwechseln. Die integrierte Kamera löst nur dann aus, wenn der Laser eine Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit registriert.
Vorteile gegenüber älteren Systemen
Die Laserblitzer benötigen keine Sensoren im Fahrbahnbelag und kommen ohne Eingriffe in den Straßenkörper aus. Das reduziert Wartungsaufwand und Störanfälligkeit erheblich.
Zudem sind die Messergebnisse deutlich stabiler, da die Laserabtastung jedes Fahrzeug individuell erfasst und Bewegungen präzise nachverfolgt.
Auch bei dichterem Verkehr oder Spurwechseln bleibt die Messung zuverlässig – ein Bereich, in dem ältere Systeme auf Basis von Induktionsschleifen oder Radar häufig Schwächen zeigten.
Rotlichtüberwachung folgt im Dezember
Die beiden neuen Säulen sind technisch dafür ausgelegt, neben der Geschwindigkeit auch Rotlichtverstöße zu dokumentieren.
Dafür ist jedoch eine zusätzliche Eichung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) erforderlich, die voraussichtlich innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen abgeschlossen wird.
Erst danach kann auch die Rotlichtfunktion offiziell freigegeben und in Betrieb genommen werden.
Hohe Messgenauigkeit
Das eingesetzte System („Poliscan Speed FM1“ des Herstellers Vitronic) gehört zu den modernsten Messanlagen in Deutschland. Es wird bundesweit von Polizeidirektionen und Kommunen genutzt und gilt bei ordnungsgemäßem Betrieb als gerichtsfest.
Die Anlagen erfassen Fahrzeuge mit hoher Präzision – unabhängig von Tageszeit, Beleuchtung oder Wetter.
Fazit
Mit den Laserblitzern an der Wangelister Straße und der B217 Hachmühlen beginnt im Landkreis Hameln-Pyrmont eine neue Generation der Verkehrsüberwachung.
Ab morgen können Geschwindigkeitsverstöße erfasst werden, während Rotlichtmessungen im Laufe des Dezembers folgen.
Die Systeme sollen langfristig für gleichmäßigeres Tempo, mehr Verkehrssicherheit und weniger Unfälle sorgen – bei deutlich geringerer Wartung und höherer technischer Präzision als bisher.
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