Hameln. Mit erheblicher Wucht und offensichtlicher Sachkenntnis sind in der vergangenen Nacht unbekannte Täter gegen einen mobilen Geschwindigkeitsmesser an der B217 vorgegangen. An der Ortseinfahrt Hameln, auf Höhe der Bushaltestelle Spatzenweg, sprengten sie einen Anhänger vom Typ Vitronic Traffic Enforcement Trailer – jene vergleichsweise neue Generation autonom arbeitender Messanlagen, die ohne Personal über mehrere Tage am Straßenrand verbleiben und den Verkehr per Laser überwachen.
Anwohner schilderten den Tathergang weitgehend übereinstimmend: Zwischen 23.30 Uhr und Mitternacht habe ein dumpfer, lauter Knall die Nachtruhe zerrissen, begleitet von einem kurzen, grellen Aufleuchten. Schon dieser Eindruck deutet auf einen gezielt platzierten Sprengsatz hin – und nicht auf eine spontane Zerstörungsaktion.








Tatsächlich lassen die Spuren am Anhänger auf ein planvolles Vorgehen schließen. Der Sprengsatz war am linken oberen Rand des Sichtfensters angebracht, dort also, wo die empfindliche Messtechnik nach außen blickt. Zurückgebliebene Bohrlöcher legen nahe, dass die Ladung nicht lediglich angelehnt, sondern fest mit dem Gehäuse verbunden war – ein Detail, das den Ermittlern bei der Bewertung der erforderlichen Vorbereitung zugutekommen dürfte.
Entsprechend verheerend fiel die Wirkung aus. Die Detonation verformte das Sichtglas, das darüberliegende rote Kunststoffglas sowie den tragenden Stahlrahmen im Inneren des Anhängers. Besonders schwer traf es das eigentliche Herzstück der Anlage: Der LiDAR-Scanner, der die Fahrzeuggeschwindigkeiten optisch erfasst, wurde auf beiden Sensoren massiv beschädigt.
Der gezielte Anbringungsort, die feste Montage und die kontrollierte Sprengwirkung zeichnen in der Summe das Bild eines Täters, der wusste, was er tat – jemand, dem der Umgang mit Sprengmitteln offenkundig nicht fremd ist.
Bei der gegenüberliegenden Bushaltestelle wurde durch die Druckwelle eine Glasscheibe zerstört, im angrenzenden Garten eines Anwohners wurden Gartenutensilien aus den Regalen gestoßen.

